Ortsnamen: Die historische Schatztruhe

Schluderns – Die Orts-, Hof- und Flurnamen im oberen Vinschgau waren die Thematik eines kürzlich im Vintschger Museum in Schluderns von ­Johannes Ortner gehaltenen Vortrags.

Johannes Ortner ist der für die Flurnamensammlung in Süd­tirol beauftragte Experte. Seine Sammlung zählt bis jetzt 170.000 Namen. Beispielsweise hat er allein in Schluderns 930 Ortsbezeichnungen festgestellt. Diese Hof- und Flurnamen werden meist mündlich von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Die Koexistenz von deutschen und romanischen Bezeichnungen hat ge­rade im oberen Vinschgau zur Eigenart des Alpenromanischen geführt. Viele Namen gehen aller Wahrscheinlichkeit noch viel weiter zurück als bis zum Rätoromanischen und können nur noch über indogermanische Wortwurzeln erklärt werden. Die Ortsnamen Eyrs, Schlanders oder Schleis, haben möglicherweise eine 3.000 Jahre alte Geschichte hinter sich. Viele Ortsnamen oder Flurbezeichnungen hatten einst eine konkrete Bedeutung. So soll der Name Taufers auf Tuber zurückgehen, was ursprünglich „Talverengung“ bedeutete, ­Sulden hat mit Sel zu tun: springendes Wasser, Schluderns bedeutete feuchter, kotiger Grund, Latsch Waschstelle, Kortsch Gehege und Tschars Anstieg. Die Ortsbezeichnung Prad ist mit „Prada“, Wiese, noch einfach zu deuten. Dass die Tschött von aqua concetta, Teich, kommt, war nur einer der hunderten von Namen, die Johannes Ortner erklärte. Dass dabei nicht immer alle mit seinen Deutungen einverstanden waren und aus dem Publikum andere Vorschläge kamen, belebte die rege Diskussion. Es wurde klar, dass mit diesen historischen Bezeichnungen sehr sorgsam und wissenschaftlich fundiert umgegangen werden muss, da sie eine wahre Schatztruhe für die Geschichte unseres Landes sind. (frie)

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